Bremen, Inspiration

CRASH – Tanztheater über den großen Knall im Leben

Das Wrack schwebt bedrohlich über den Geschehnissen und ist Vorbote und Angelpunkt für die Handlung. In Crash von Frederick Rohn werden die großen tragischen Erlebnisse, die das eigene Leben im Fundament erschüttern, thematisiert. Abstrakt und minimalistisch.

Der große Knall im Leben. Hier nicht immer gleich der tolle Durchbruch. Der Zusammenbruch, der uns unerwartet trifft und alles in Frage stellt. Der taucht in Crash vielmehr auf. Vielleicht ist das auch der logische Weg, den die Compagnie Unusual Symptoms nach dem apokalyptischen Stück Black Rainbow geht. Crash bringt uns in einen lähmenden Zustand als Zuschauer*innen, die einen Zusammenbruch beobachten. Es wird viele kleine und große Zusammenbrüche in den folgenden siebzig Minuten geben. Der über der Bühne hängende Unfallwagen erzeugt hierfür schon von Beginn an die nötige Spannung. Es ist die Warnung und gleichzeitig Mahnmal der Katastrophe. Wir sehen Gewalt, Verzweiflung, Autoaggression. Die Schicksals-Kapitel springen von Tänzer*in zu Tänzer*in.
Die verschiedenen Arten, mit einschneidenden Situationen umzugehen, werden uns unterschiedlich stark berühren. Jede*r wird den einen Moment haben, in dem er einen sehr persönlichen Moment gespiegelt bekommt. Auch wenn dies hier in sehr abstrakter Art geschieht. Es wird nicht gesprochen. Die Musik führt in Noise-Natur oszillierend zwischen Brummen und knapper Harmonie durch den CRASH.
Es ist ein ernstes Stück, dass jede*n von uns eine Grenzerfahrung oder einen Schicksalsschlag erinnert. Gleichzeitig bleibt CRASH sehr abstrakt. Gerade der Minimalismus wird dem ernsten Thema gerecht. So ist es nur natürlich dass der hohe Grad an Abstraktion und performativen Spiel viel eigene Reflexion zulässt.
Nicht zuletzt ist das Stück sehr authentisch. Der Choreograph Frederic Rohn verarbeitet seinen eigenen Crash in dieser Produktion.
Urbansketch zur Crash Premiere im Theater Bremen

Termine

Terminseite zu CRASH beim Theater Bremen.
Montag, 02. April 2018, 18:30 Uhr
Freitag, 13. April 2018, 20:00 Uhr
Sonntag, 10. Juni 2018, 18:30 – 19:40 Uhr
Samstag, 16. Juni 2018, 20:00 – 21:10 Uhr

Besetzung

mit: Pilgyun Jeong, Gabrio Gabrielli, Nóra Horváth, Hilde Ingeborg Sandvold, Antonio Stella, Taneli Törmä, Szu-Wei Wu

Choreographie Frederik Rohn
Bühne Frederik Rohn
Kostüme Alexandra Morales
Musik Laura Konjetzky
Licht Tim Schulten
Dramaturgie Gregor Runge
Choreografische Mitarbeit Ulrike Reinbott

Tipp: wenn Ihr etwas über die Vorgängerstücke Polaroids und Black Rainbow lesen möchtet, die habe ich auch in Blogbeiträgen besprochen.

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1 Kommentar

  • Antworten Amour - Zandwijk und Akika - Blumenbrigade 10. Juni 2018 at 15:50

    […] eine Tanztheaterachterbahn haben mich Polaroids und Crash fahren lassen. Die Ratten versetzten mich in die existenzielle Schreckstarre. Bittersüße Gefühle […]

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